Isabelle von Fallois:

Der Brief der Magdalena
Alyna Verlag, 2017. - 760 Seiten

Das umfangreiche Buch ist ein romantischer Thriller, der im Milieu der Opernwelt und des Balletts spielt.

 

Die Hauptfigur ist die junge Französin Marie. Sie findet ihren Vater, einen berühmten Dirigenten, ermordet in seiner Garderobe auf. Er hinterlässt seiner Tochter einen geheimnisvollen Schlüssel, den sie hüten soll. Daraufhin wird Marie von den Octavianern, einer Geheimgesellschaft, verfolgt. Da Marie wissen möchte, was es mit dem Schlüssel auf sich hat, beginnt eine Art Schnitzeljagd durch Europa. Unterstützt wird sie dabei von der Primaballerina Veronique. Beide Frauen pflegen miteinander eine innige Freundschaft, wie zwei Seelenverwandte. Durch sie lernt Marie den bekannten Opernsänger Julien kennen und lieben. Allerdings scheint auch er auf mysteriöse Art und Weise in die Sache mit dem Schlüssel verwickelt zu sein. Der Chef der Octavianer setzt den attraktiven Lucius auf die beiden Frauen an, der jedoch bald zum Doppelagenten wird. Am Ende finden Marie und ihre Freunde in einer Höhle in Spanien zwei unbekannte Schriftrollen, die der biblischen Maria Magdalena gehörten.

Der sensibel geschriebene  Roman ist vom Anfang bis zum Schluss spannend sowie unterhaltsam und enthält spirituelle Elemente. Die Charaktere werden einfühlsam und lebendig dargestellt. Empfehlenswert.

 

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Laurent Gounelle:

Der Tag, an dem ich lernte zu leben
Goldmann, 2016. - 288 Seiten

 

Ein unterhaltsamer Roman der Gegenwartsliteratur, der die Midlifecrisis eines US-Amerikaners zum Thema hat.

 

Jonathan lebt in San Francisco und verkauft Versicherungen. Aufgrund der Trennung von seiner Frau und Tochter gerät er in eine Lebenskrise. Nachdem ihm eine Zigeunerin seinen angeblich bevorstehenden Tod prophezeit hat, nimmt sich Jonathan eine Auszeit. Er fährt zu seiner alten Tante, die in einem Haus am Meer wohnt. Sie wird für ihn zur weisen Lebensratgeberin. Von ihr beeinflusst kehrt er mental als neuer Mensch in den Alltag zurück. In seinem Beruf verhält sich Jonathan von nun an selbstlos und loyal zu seinen Kunden. Außerdem fängt er an, anonym gute Taten für fremde Menschen zu begehen. Von einem skurrilen Blogger und Verfolger wird Jonathan dabei allerdings heimlich gefilmt und illegal ins Internet gestellt, um ihn als einen Idioten aussehen zu lassen. Doch am Ende des Buches hat Jonathan eine Fangemeinde. Auch mit seiner Exfrau Angela kommt es wieder zum Happy End, nachdem diese einen gemeinsamen Geschäftspartner und Freund als Intriganten entlarvt hat.

Der moderne Roman ist insgesamt unterhaltsam geschrieben, hat interessante Wendungen und enthält alte Lebensweisheiten. Empfehlenswert.

 

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Der Tag, an dem ich lernte zu lebenDER

Sebastian Corda:

Der Zauber der Stunde

Ullstein Verlag, 2007. - 368 Seiten

 

Ein Fantasy-Liebesroman im zeitgenössischen Ambiente, dessen Schauplatz München und später auch Frankreich ist.

 

Die Hauptfigur Larissa, die in der bayerischen Metropole im Zimmerservice eines großen Hotels arbeitet, erhält eines Tages ein außergewöhnliches Geschenk. Von einem alten Mann, ihrem Nachbarn, bekommt sie ein magisches Amulett, das ihr täglich eine Stunde mehr schenkt. Auf einmal lernt sie den netten Hendrik kennen, einen mittellosen Musiker, dem täglich genau diese Stunde fehlt. Ebenso tritt der prominente und etwas blasierte Physiker Curt van der Gout in Larissas Leben, für den sie voller Bewunderung ist. Zwischen beiden Männern stehend muss Larissa eine Entscheidung treffen. Am Ende geht es darum, einen sehr alten Fluch aufzulösen, der mit dem Amulett zusammenhängt.

Dem Autor ist es gelungen, eine sehr spannende Geschichte zu entwickeln, so dass man beim Lesen, das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Figuren werden plausibel und interessant charakterisiert. Themen wie Quantenphysik, östliche Philosophie und Mystik finden auf eine leicht verständliche Art Eingang in die unterhaltsame sowie abenteuerliche Geschichte. Auch das Lokalkolorit der Schauplätze wird dem Leser stimmungsvoll vermittelt. Empfehlenswert.

 

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Christoph von Zastrow:

Der kalte Prinz

Tandem Verlag, 2004. - 288 Seiten

 

Ein märchenhafter Liebesroman, der in der Gegenwart spielt, wobei die weibliche Hauptfigur sich in ein mystisches Wesen verliebt.

 

Lavinia, die in Frankfurt als Programmiererin arbeitet, fährt zu einem Klassentreffen in ihre alte Heimat an den Bodensee. Als sie mit einem Schulkameraden einen Segelausflug macht, zieht ein Unwetter auf. Das Boot kentert und Lavinia verunglückt. Als sie wieder aufwacht, befindet sie sich in einem Schloss, wohin sie von ihrem Retter gebracht wurde. Dieser heißt Prinz Niccus und entpuppt sich nach und nach als ein Freund aus ihren Kindertagen. Mit ihm hatte sie früher immer am See gespielt und durch ihn von zauberhaften Geschichten über Nixen und Wasserwesen erfahren. Zwischen beiden Hauptfiguren entwickelt sich eine Liebesgeschichte, doch Lavinia muss in ihre Welt zurück kehren. Dort empfindet sie seit dem sonderbaren Ereignis eine große Leere in ihrem Leben, so dass sie sich entschließt, den geheimnisvollen Niccus zu suchen.

Dem Autor ist es fantasievoll gelungen, den Leser in eine zauberhafte Welt zu führen. Mit Spannung verfolgt man, wie sich die Beziehung zwischen den beiden ungleichen Wesen Lavinia und Niccus weiterentwickelt. Die Mischung zwischen Realität und Märchenwelt erscheint irgendwie selbstverständlich. Personen, Handlung, stimmungsvolles Lokalkolorit und die manchmal surreale Atmosphäre sorgen für interessante Unterhaltung. Empfehlenswert.